Hinweis: In dieser Folge geht es auch um Suizid. Lies den Beitrag nur, wenn du dich sicher genug dafür fühlst.
Wenn es dir gerade schlecht geht: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222, außerdem online unter telefonseelsorge.de.
Kevin Ziack steht hinter Gaias Arche, einem kleinen Erhaltungsprogramm für Insekten. Er stellt Arten vor, erklärt, wie sie leben und was sie leisten, und hält dann den Spiegel daneben.
Nicht alles, was in deine kleine Schublade passt, hat keinen Wert für das Ökosystem. Nur weil dein Blick vielleicht nur bis zur Wand reicht.
Kevin Ziack
Wer das Video sieht, sieht hinter ihm einen halben Dschungel und einen Leguan. Andere gehen raus in die Natur. Er holt sie sich ins Haus.
Warum er offen spricht
Kevin war lange suizidgefährdet und hatte Depressionen. Heute ist er in Traumatherapie und sagt von sich, dass er gerade heilt.
Er geht damit inzwischen offen um, und die Insekten haben damit zu tun:
Auch kleine Welten können einem die eigene Welt aufzeigen, wie groß sie eigentlich ist.
Kevin Ziack
Tiefer als Worte heißt Kontakt
Seine Antwort kam in einem Wort.
Man kann mir sagen, du schaffst das. Aber wenn ich unten bin, gibt mir eine Umarmung mehr als der Satz.
Kevin Ziack
Der Tag, an dem er seinen Selbstwert erkannt hat
Auf die Frage nach dem letzten ersten Mal kam etwas, das zwei Tage her war: Er hat zum ersten Mal in seinem Leben seinen eigenen Selbstwert erkannt.
Anlass war das Ende einer sehr langen Freundschaft. Was er daraus mitgenommen hat, gilt weit über diesen Fall hinaus:
Das sind diese Menschen, die einem jeden Tag einreden, man sei das Problem, man sei zu sensibel, der Fehler liege bei einem. Und irgendwann glaubt man das selbst.
Kevin Ziack
Sein Bild dafür, und es passt zu jemandem, der sonst vom Nanokosmos redet:
Für mich sind diese Leute wie schwarze Löcher. Die fressen dein komplettes Licht, aber es kommt keins zurück.
Kevin Ziack
Dazu ein Satz, den ich mir aufgeschrieben habe: Die Vergangenheit ist kein Vertrag für die Zukunft.
Die Wespe als Spiegel
Ich habe im Gespräch gesagt, dass ich Bienen stundenlang zusehen kann, Wespen aber nicht mag. Da kam sofort der Spiegel.
Was mich an Wespen stört: Ich sage, geh weg, und sie kommt näher. Genau das stört mich auch an Menschen.
Seine Auflösung war sachlich und hat die ganze Sache umgedreht: Wespen sehen extrem schlecht. Sie kommen nicht näher, weil sie aggressiv sind, sondern weil sie kurzsichtig sind.
Der Schmetterling, der beides ist
Es gibt Schmetterlinge, bei denen eine Flügelseite weiblich und die andere männlich ist. Menschen stehen davor und finden das faszinierend.
Und gleichzeitig sagt ein Mensch, ich lasse mich von euch nicht in männlich und weiblich reinstecken. Und wir stehen daneben und finden, das ist gestört. Warum?
Kevin Ziack
Dasselbe mit dem Wort Vielfalt:
Vielfalt ist ein Schmetterling, den es in zigtausend Farben und Formen gibt und der trotzdem dieselbe Familie ist. Da wird nicht diskutiert. Beim Menschen schon.
Kevin Ziack
Am selben Tisch
Auf die Frage, was er lange nicht ausgesprochen hat, kam etwas Unbequemes. Er hat Freunde, die eine Partei wählen, die seine Rechte zurückdrehen will.
Ihr sitzt mit mir am Tisch, akzeptiert mich und sagt, ihr seid weltoffen. Und auf der anderen Seite wählt ihr eine Partei, die mir meine Würde nehmen will.
Kevin Ziack
Es ist kein Vorwurf, sondern ein Zwiespalt. Er hat mit ihnen gesprochen, unterscheidet zwischen denen, die etwas verändern wollen, und denen, die allen anderen die Schuld an der eigenen Unzufriedenheit geben. Von den zweiten distanziert er sich.
Die Frage, die dahinter steht, ist die härteste der ganzen Folge:
Wie wichtig bin ich diesen Menschen wirklich, wenn ihre politische Meinung meine Existenz kosten kann?
Kevin Ziack
Reichtum heißt Gesundheit
Ich kann laufen, ich kann mich frei bewegen, ich kann meine Handlungen steuern.
Kevin Ziack
Dazu die innere Zufriedenheit: mit sich im Reinen sein und das, was man sagt, auch vertreten können, ohne jemanden abzuwerten.
Und die drei wertvollsten Dinge, die er hat, wie er selbst korrigiert, weil man Menschen nicht besitzt: sein Vater, sein Mann und er selbst.
Verständnis statt Diskussion
Was die Welt besser machen würde, fasst er in vier Worte: Verständnis, weniger Diskussion, hinsehen, Respekt.
Wenn jemand zu mir kommt und sagt, nenn mich bitte Manuel, dann brauche ich doch nicht zu diskutieren. Dann sage ich: Hallo Manuel. Ich breche mir keinen Zacken aus der Krone.
Kevin Ziack
Was für ihn kein Verständnis ist: wenn auf eine Erklärung eine ungefragte Meinung folgt.
Was er sich dagegen wünscht, macht er an Kindern fest. Ein Kind fragt, warum jemand anders aussieht, bekommt eine Antwort und ist fertig. Haken dahinter.
Über den Gast
Kevin Ziack steht hinter Gaias Arche und zeigt auf Instagram heimische Insekten und was sie über uns verraten. Er ist außerdem Autor.
Instagram: @k.ziack
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