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Tiefer als Worte

Maris, im Netz bekannt als Volane, malt und redet. Beides den ganzen Tag. Bekannt geworden ist sie mit Videos, in denen sie Kommentare auseinandernimmt, nicht um zu streiten, sondern um zu erklären.

In dieser Folge geht es um das, was passiert, wenn man öffentlich stattfindet. Und darum, warum das nicht dasselbe ist wie erreichbar sein.

„Es sind nur Buchstaben“

Ihr Umgang mit bösen Kommentaren ist so einfach, dass er fast zu einfach klingt:

Wenn du dir Kritik oder böse Worte zu Herzen nimmst, sollten das Menschen sein, denen du auch ein Zäpfchen geben würdest oder von denen du eins nehmen würdest. Wenn nicht, überleg, ob die Worte wirklich in dein Herz gehören.

Maris

Und dann noch ein Satz hinterher, der bei mir hängen geblieben ist: Du darfst denken, dass ich ein Arschloch bin. Das ist völlig in Ordnung. Ich muss die Stempel nur nicht aufdrücken, die du mir in die Hand gibst.

Wichtig ist ihr dabei: Die Kommentatoren interessieren sie nicht. Sie greift Sätze heraus, die so oft kommen, dass andere sie auch hören, und macht daraus etwas, das den Stilleren Mut macht.

„Sie kennen mich, aber ich sie nicht“

Öffentlich stattfinden vergleicht sie mit einem Luftballon, den man an einem Pullover reibt. Beide bleiben, was sie sind. Aber es entsteht Spannung, das wohlige Knistern und das unangenehme Haareaufstellen zugleich. Man braucht einen guten Pullover, sagt sie, sonst geht man da nicht heil raus.

Deshalb zieht sie Grenzen. Wer ihre Videos schaut, lernt viele Facetten von ihr kennen. Sie weiß von dieser Person nichts. Ihr Satz dazu ist unbequem und ehrlich: Ich freue mich über jeden, der zuschaut, aber wir sind keine Freunde.

Der Satz ihrer Oma

Auf die Frage nach dem wertvollsten Satz, den sie je gehört hat, kommt keine Sekunde Nachdenken:

Du bist die Größte, die Schönste und die Beste. Das muss keiner sehen, keiner wissen, keiner sagen. Wichtig ist, dass du das weißt.

Die Großmutter von Maris

Wenn Maris heute Mut braucht, sagt sie es sich selbst.

Warum Kreativität Zeit braucht

Der Teil, den ich am liebsten mochte. Sie erklärt Kreativität als Stadtbesuch.

Drei Stunden in einer Stadt: Du hast die Hauptstraße gesehen. Eine Nacht: Du kennst das Nachtleben und weißt, wie das Frühstück schmeckt. Eine Woche, ein Monat, es wird jedes Mal anders. Und wenn du seit fünfzehn Jahren dort lebst, weißt du, wie die Frau riecht, die morgens neben dir an der Ampel steht.

Dann findest du ganz andere Worte für diese Stadt.

Genauso ist es mit jedem Thema, an dem man arbeitet. Je länger du drinsteckst, desto tiefer kannst du gehen. Das lässt sich nicht abkürzen.


Über den Gast

Maris ist Künstlerin und unter dem Namen Volane in den sozialen Medien unterwegs.

Instagram: @volaneart
Website: volane.de

Die Folge anhören

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